Mittwoch, April 28, 2010

Zwist zwischen Major-Labels und Lokalradios

Zwischen den Major-Labels EMI, Universal, Sony und Warner Music und den alternativen Schweizer Lokalradios ist ein Streit um die Bemusterung mit Tonträgern ausgebrochen. Die Radiostationen werden von den Plattenfirmen seit Ende März nicht mehr mit CDs beliefert, sondern auf die Online-Plattform Music Promotion Network (MPN) verwiesen. Dort lassen sich Neuerscheinungen als digitale Downloads abrufen. Weil die Verwendung von NPM bei den Radios für Mehrkosten von mehreren Tausend Franken sorgt, weigern sich die alternativen Radiostationen, diese Lösung zu akzeptieren und boykottieren die Neuveröffentlichungen der Majors. Im Gegenzug haben nun die vier grossen Plattenfirmen offenbar einen Informationsstopp verhängt. Radios wie Kanal K, Toxic.fm, 3fach oder Rabe würden derzeit weder mit Musik noch mit Künstlerinformationen beliefert. Auch Interviews mit Künstlern der jeweiligen Firmen seien nicht mehr möglich, erklärten die im Verein Unikom zusammengeschlossenen Stationen in einer Pressemitteilung. Die Geschäftspolitik der Plattenfirmen trifft nach Ansicht der Lokalradios nicht nur die Radios selbst, sondern auch Künstler und Konzertveranstalter, denen dadurch eine wichtige Plattform verloren gehe. Eine Stellungnahme seitens der Major-Labels steht derzeit noch aus.