Donnerstag, Februar 22, 2007

Review: BELASCO - 61

Belasco - 61
2007 Supermusic

Aus London hören wir derzeit fast nur gehypte jungen Bands mit vorangestelltem "The" und Schrammelgitarren-Sound. Für Abwechslung sorgen da Belasco. Das Trio spielt schnörkellosen Brit-Rock ohne jeglichen Firlefanz, so dass ihre Musik gerade durch diese Schlichtheit zu überzeugen vermag. Dass den Briten trotz kurzzeitigem Majordeal der ganz grosse Erfolg bislang vergönnt blieb liegt wohl in erster Linie daran, dass sich Belasco keinen Deut um irgendwelche Trends scheren und ihre Musik scheinbar unspektakulär inszenieren. Es fehlt die fette Opulenz und die grosse Theatralik, die Bands wie Muse oder Coldplay zu Stars gemacht hat. Musikalisch hingegen brauchen sich Belasco keineswegs zu verstecken. Auf ihrem neuen Album "61" präsentieren sie die gesamte Bandbreite ihres Könnens von treibenden, hymnenhaften Rocksongs ("Earth") bis hin zu melancholischen Akustiknummern in bester Radiohead-Manier ("Lawman"). Belasco ist bester Alternative Rock in Grossformat, den es zu entdecken gilt, zum Beispiel am 28. März anlässlich des premagine im ISC in Bern.